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Patienteninformation

Feine Abstimmung mit den zuweisenden Ärzten

Um den Patienten den bestmöglichen Service zukommen zu lassen, arbeiten wir intensiv mit den zuweisenden Ärzten aus den Regionen Osnabrück, Münsterland und Ostwestfalen-Lippe zusammen. Wir stimmen uns in Fragen der Diagnose und Therapie, aber auch bei organisatorischen Fragen wie der Planung von OP-Terminen detailliert ab. Dabei wollen wir den Patienten dabei helfen, großen Aufwand zu vermeiden und stattdessen gut vorbereitet und entspannt zur Behandlung in unserem Hause anzureisen. Zu Ihrer Information haben wir hier einige Tipps zusammengefasst. Bei Fragen sprechen Sie uns oder Ihren zuweisenden Facharzt gern an!

Behandlungsablauf

Viele Patienten haben ein ungutes Gefühl, wenn Augenuntersuchungen, -behandlungen oder Operationen anstehen. Das ist verständlich, aber: Gute Vorbereitung und hinreichende Vorab-Information können dazu beitragen, die Chancen und Risiken richtig einzuschätzen. Wenn Sie sich im Vorfeld mit dem Behandlungsablauf befassen, werden Sie feststellen, dass Sie bei der Augenklinik Bad Rothenfelde in den besten und routiniertesten Händen sind. Beugen Sie auch möglichen organisatorischen Schwierigkeiten vor, indem Sie sich rechtzeitig auf die einzelnen Schritte – ob ambulant oder stationär – einstellen. Nicht zuletzt erfahren Sie hier auch, was Sie im Anschluss an die Therapien beachten sollten, um einen maximalen Heilungserfolg zu unterstützen.

Service, der gut ankommt, weil Sie gut ankommen

Die Betreuung und Begleitung unserer Patienten beginnt oftmals schon lange vor der eigentlichen Behandlung in unserem Hause. So werden im Vorfeld alle notwendigen Maßnahmen mit dem zuweisenden Arzt gründlich abgestimmt. Da viele (ambulante) Patienten nach einem Eingriff noch nicht sofort wieder „fahrtüchtig“ sind, kümmern wir uns soweit möglich auch um den Transport. Auch eine entsprechende Verpflegung gehört zu unserer Servicepalette, um Ihnen einen angenehmen Aufenthalt zu ermöglichen. Hier geht´s direkt zum Kontaktformular.

Gut vorbereitet zum Termin – Ein wenig Geduld, bitte!

Termine und Pläne sind selbstverständlich dazu da, eingehalten zu werden. Nicht nur Sie als Patient, sondern auch wir sind sehr daran interessiert, Wartezeiten zu vermeiden und pünktlich alle Untersuchungen bzw. Therapien vorzunehmen. Sicher können Sie sich vorstellen, dass Notfälle und andere unvorhergesehene Ereignisse sowie Verzögerungen bei manchen medizinischen Eingriffen etc. vorkommen und die exakten Terminpläne schon mal infrage stellen können. Wir setzen alles Mögliche daran, schnell wieder in den ursprünglichen Ablauf zurückzufinden und die Wartezeiten auf ein absolutes Minimum zu verkürzen. Dafür bitten wir um Ihr Verständnis und Ihre Geduld!

Bitte kommen Sie pünktlich zur vereinbarten Uhrzeit zu uns. Sollten sich Verzögerungen abzeichnen, die diese Planungen beeinflussen, sprechen Sie uns gern an. Wir werden versuchen, Ihnen so weit wie möglich behilflich zu sein.   Darüber hinaus sollten Sie daran denken, dass viele augenärztliche Untersuchungen es erfordern, dass die Pupillen vorab medikamentös erweitert werden. Die Augentropfen müssen in der Regel 15 bis 30 Minuten einwirken und können unter Umständen auch mehrere Stunden nachwirken. Dadurch sehen Sie möglicherweise verschwommen und sind empfindlicher gegen Blendungen. Aus diesem Grund ist es dann nicht möglich, ein Kraftfahrzeug zu führen – planen Sie dies bitte entsprechend ein!

Vorbereitung auf ambulante OP's

Bitte kommen Sie pünktlich zur vereinbarten Uhrzeit zu uns. Richten Sie sich bei ambulanten Operationen auf einen Zeitrahmen von mindestens drei bis fünf Stunden (inklusive Vor- und Nachbehandlung) ein. Darauf sollten sich auch Personen einstellen, die Sie möglicherweise begleiten. Bei Bedarf geben wir Ihrer Begleitung Bescheid, wann Sie wieder abgeholt werden können. Nach der Gabe von Augentropfen und auch der Einnahme von Beruhigungsmitteln können Sie nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen.
Denken Sie unbedingt an Ihre Versichertenkarte, gegebenenfalls auch an die Überweisung vom Augenarzt sowie – falls vorhanden – an die Unterlagen über Ihr Blutbild und Ihr EKG. Es ist erforderlich, nüchtern zu erscheinen. Nehmen Sie Mahlzeiten und Medikamente in Absprache mit unserem OP-Team und Ihrem behandelnden Arzt ein. Bringen Sie vorsorglich Ihre eigenen, notwendigen Medikamente mit.

Kleiden Sie sich bequem – Sie werden Ihre Kleidung nicht ablegen müssen. Verzichten Sie darauf, Wertsachen mitzunehmen, da wir keine Haftung übernehmen können. Wenden Sie bitte keine Kosmetika an. Gehen Sie am Tag nach der OP, wie terminlich vereinbart, für die Kontrolluntersuchung zu Ihrem überweisenden Augenarzt.

Vorbereitung auf stationäre OP's

Im Falle einer stationären OP erhalten Sie rechtzeitig vor dem OP-Termin ein Anschreiben mit wichtigen Informationen zu Ihrem Krankenhaus-Aufenthalt.

Denken Sie unbedingt an Ihre Versichertenkarte sowie – falls vorhanden – an die Unterlagen über Ihr Blutbild und Ihr EKG. Nehmen Sie Ihre Medikamente, die Sie während Ihres Aufenthalts in der Augenklinik Bad Rothenfelde benötigen, mit. Dies betrifft insbesondere auch Augentropfen. Im Zweifelsfall halten Sie mit unserem OP-Team Rücksprache. Informieren Sie unsere Pflegekräfte, falls Sie eine bestimmte Diät einhalten (müssen). Verzichten Sie darauf, Wertsachen mitzunehmen, da wir keine Haftung übernehmen können.

Eine Verschiebung des vereinbarten Operationstermins sollte nur im äußersten Notfall vorgenommen werden. Bitte geben Sie uns in diesem Fall umgehend Bescheid.

Nach der OP

Gehen Sie vorsichtig mit Ihren Augen um – indem Sie sie weder reiben noch drücken. Beachten Sie dies insbesondere auch dann, wenn Sie die Gesichtspartien um die Augen herum (mit lauwarmem Wasser und einem sauberen Waschlappen) reinigen.
Haare waschen, Baden und Duschen sind normalerweise problemlos möglich, solange Sie die Augen in den ersten beiden Wochen nach der OP nicht direkt mit Wasser, Seife oder Shampoo in Berührung bringen. Nach rund 4 bis 6 Wochen sollte die Wundheilung beendet sein.
Ein Fremdkörpergefühl oder auch ein Juckreiz treten oft nach Operationen auf und lassen sich in der Regel einfach mit geeigneten Augentropfen begegnen. Suchen Sie allerdings Ihren Augenarzt auf, wenn ein Schmerz länger anhält oder andere Probleme auftauchen. Mögliche „Alarmsignale“ sind eine Abnahme des Sehvermögens, Lichtblitze, schwarze Flecken oder Schatten sowie Rötungen am operierten Auge.
Große Anstrengungen sollten Sie während der ersten beiden Wochen nach der OP vermeiden. Alltägliche körperliche Bewegungen und normale Tätigkeiten können Sie jedoch weiterhin ausüben. Sprechen Sie mit Ihrem Augenarzt bei Bedarf darüber, wann Sie ein Kraftfahrzeug im Straßenverkehr wieder führen können.
Verwenden Sie Augentropfen grundsätzlich so wie von Ihrem Augenarzt empfohlen. Nehmen Sie nur Augentropfen, die Ihnen ausdrücklich verschrieben worden sind. Achten Sie auf saubere Hände und berühren Sie die Tropfhülle nicht mit Fingern oder Wimpern.
Schütteln Sie die Flasche gründlich. Legen Sie den Kopf in den Nacken, und schauen Sie nach oben. Bilden Sie eine kleine Tasche am unteren Lid, indem Sie es vorsichtig mit Daumen und Zeigefinger nach unten ziehen, und beträufeln Sie diese mit einem Tropfen. Das Auge kann immer nur wenig Flüssigkeit auf ein Mal aufnehmen; gehen Sie also behutsam und geduldig vor. Sollten Sie zwei verschiedene Augentropfenmittel einsetzen, legen Sie dazwischen eine fünfminütige Pause ein.

AUGENERKRANKUNGEN

Hier finden Sie eine Übersicht über mögliche Augenerkrankungen mit detaillierten Beschreibungen und weiteren Informationen:

Katarakt (Grauer Star)

Eine Katarakt (Grauer Star) äußert sich meistens altersbedingt durch die Trübung der Augenlinse. Daraus folgen eine schmerzlose Verschlechterung der Sehschärfe und Blendungserscheinungen, die sich im Laufe der Zeit verstärken. Der Patient hat dabei oft das Gefühl, wie durch ein Milchglas zu schauen.

Eine rein medikamentöse Therapie gibt es nicht. Die Katarakt-Operation ist der am häufigsten vorgenommene chirurgische Eingriff in der gesamten Medizin. Sie ist nachweisbar mit geringsten Risiken verbunden und in aller Regel sehr erfolgreich. Die Patienten können nicht nur wieder klar sehen. Auch vorher bestehende Fehlsichtigkeiten können reduziert oder gar behoben werden. Die Operation erfolgt heute in 9 von 10 Fällen ambulant. Dabei wird die eingetrübte Linse unter örtlicher Betäubung mit Ultraschall zerkleinert und dann mithilfe eines Spül-Saug-Instruments entfernt (Phakoemulsifikation). Die künstliche Linse (Intraokularlinse) wird in den Kapselsack implantiert. Der zur Linsenentfernung und Implantation erforderliche Hornhautschnitt ist sehr klein; er verschließt sich von selbst und muss somit nicht genäht werden.

Hier können Sie unsere Broschüre ansehen und herunterladen.

Glaukom (Grüner Star)

Verschiedene Schädigungen des Sehnervs (Verbindungsnervenfasern zwischen Auge und Gehirn) werden unter dem Begriff Grüner Star (Glaukom) zusammengefasst. Infolge des Nervenfaserverlustes kommt es meistens zu Gesichtsfeldausfällen in der Peripherie, die vom Patienten anfänglich nicht wahrgenommen werden.
Die dann weiter fortschreitende Verschlechterung der Sehschärfe wirkt sich später immer mehr auf das zentrale scharfe Sehen aus bis es dann zur Erblindung kommt.

Grundsätzlich kann jeder Mensch am grünen Star erkranken. Aber vor allem Menschen ab dem 40. Lebensjahr sind häufiger betroffen; denn hier steigt die Gefahr eines Glaukoms stetig an. Darum sollten Sie Ihren Augenarzt auch ohne konkreten Anlass einen Sehnerv-Check im Rahmen der völlig schmerzfreien Glaukom-Vorsorgeuntersuchung vornehmen lassen.

Das Glaukom entsteht durch ein gestörtes Verhältnis zwischen der Durchblutung des Sehnervs und des Augeninnendruckes. Denn mit zunehmendem Alter kann es zu einer Veränderung des Blutdruckes und der Durchblutung in den Gefäßen kommen, die dann eine Reduzierung der Durchblutung im Sehnerv bewirken. Des Weiteren kann als wichtiger Faktor die Zirkulationsstörung des Kammerwassers angesehen werden. Denn die im Auge gebildete klare Flüssigkeit (Kammerwasser), die die Teile der optischen Medien (Linse, Hornhaut) mit Nährstoffen versorgt, wird an ihrem Abfluss behindert. Die Folge ist eine Erhöhung des Kammerwassers und somit ein erhöhter Augeninnendruck. Dieses bewirkt dann durch den Druck auch eine verminderte Durchblutung des Sehnervs mit zunehmendem Absterben von  Sehnervenfasern.

Wichtig ist die frühe Diagnose, denn nur so kann das Fortschreiten des Glaukoms gestoppt werden. Bereits eingetretene Schäden hingegen sind irreparabel. Wenn das Glaukom nicht frühzeitig behandelt wird, führt es langsam zu einer fortschreitenden Beeinträchtigung des Sehvermögens bis hin zur Erblindung. Eine glaukomatöse Erkrankung verläuft langsam, unbemerkt und ohne Schmerzen. Dem Glaukom-Auge ist äußerlich nichts anzusehen. Erst in späteren Stadien kommt es zu erheblichen Beeinträchtigungen des Sehvermögens im Sichtbereich (Gesichtsfeld). Für die Behandlung gibt es Tropfen, die den Augeninnendruck senken. Reicht ihre Wirkung nicht aus, helfen verschiedene Operationsmethoden.

Netzhauterkrankungen; Netzhautablösung (Ablatio)

Rund 130 Millionen Sehnerven, die die vom Auge aufgenommen optischen Informationen weiterverarbeiten, bilden die sogenannte Netzhaut. Wichtig für ihr Funktionieren ist ein guter Stoffwechsel. Störungen können irreparabel zur Verschlechterung des Sehens oder zur Erblindung führen.

Netzhauterkrankungen

Netzhauterkrankungen zeigen sich zum Beispiel durch Einbußen des zentralen und peripheren Sehens bzw. durch ein eingeschränktes Gesichtsfeld; Verzerrungen oder Lichtblitze können ebenso vorliegen wie der Eindruck vorbeiziehender schwarzer Punkte oder Schatten. Bei solchen Krankheitsbildern sollten Sie umgehend mit Ihrem Augenarzt sprechen.

Ablösung der Netzhaut (Ablatio)

Die Ablösung der lichtempfindlichen Schicht der Netzhaut von ihrer Versorgungsschicht, dem retinalen Pigmentepithel, hat Ausfälle des Gesichtsfelds oder eine Erblindung zur Folge, wenn die sogenannte Ablatio nicht rechtzeitig behandelt wird. Frühe Symptome sind Lichtblitze (Photopsien), helles Flimmern – vor allem im Dunkeln – oder Rußregen (schwarze oder rote Flecken im Gesichtsfeld). Ist auch die Makula betroffen, kann das Sehen unscharf und verschwommen erscheinen.
Risikofaktoren sind vor allem hochgradige Kurzsichtigkeit, diabetische Netzhautveränderungen, Entzündungen oder Tumore. Mögliche Therapien reichen je nach Ursache, Lage und Ausdehnung vom Einbringen eines Gasgemisches in das Innere des Augapfels über die Laserbehandlung und das Anlegen einer Plombe bis hin zu kryochirurgischen Eingriffen.

AMD Makuladegeneration

Degeneration der Makula

Ein gelber Fleck im Auge, die Makula, ist aufgrund der dortigen massiven Dichte von Sehnervenzellen entscheidend für scharfes, kontrastreiches und farbiges Sehen. Veränderungen der Makula treten häufig im höheren Alter auf (AMD = Altersbedingte Makula-Degeneration); etwa zwei Millionen Menschen allein in Deutschland sind daran erkrankt. Betroffene nehmen die Mitte des Gesichtsfelds eher verschwommen, verzerrt, als dunklen Fleck oder mit blasseren Farben wahr. Aber nicht nur das Altern und genetische Dispositionen, sondern insbesondere auch das Rauchen setzt der Makula-Gesundheit zu. Als Krankheitsbilder sind die trockene und die feuchte Makula-Degeneration zu unterscheiden.

Trockene AMD

Ablagerungen und Verschleißprozesse führen zu einem allmählichen und kaum zu bemerkenden Verlust von Sinneszellen. Dies ist bei rund 85 Prozent der Patienten der trockenen altersbedingten Makula-Degeneration der Fall, für die es gegenwärtig keine Therapie gibt.

Feuchte AMD

Aggressiver und gefährlicher als die trockene ist die feuchte AMD. Krankhafte Gefäße in der Netzhaut sondern dabei eine Flüssigkeit ab und beeinträchtigen die empfindlichen Netzhautgefäße. Im fortgeschrittenen Stadium zerstören Einblutungen, große Drusen oder andere Veränderungen den Ort des scharfen Sehens im Auge, sodass die Umwelt nur noch über die Peripherie der Netzhaut erkannt werden kann.
Darum ist es wichtig, eine beginnende feuchte AMD frühzeitig zu diagnostizieren. Neue Therapien können die AMD aufhalten oder ihren Prozess zumindest verlangsamen. Hier bietet sich beispielsweise die Kombination aus einem über die Armvene injizierten Medikaments und seiner Aktivierung durch kaltes Laserlicht im Auge an. Bei dieser Photodynamischen Therapie (PDT) werden krankhafte, undichte Blutgefäße verschlossen.
Eine Alternative kann eine Laserkoagulation darstellen, mit der krankhafte Blutgefäße unter Hitze verödet werden.
Die relativ neue Anti-VEGF-Therapie (VEGF = Botenstoff: Vascular Endothelial Growth Factor), eine Injektion von Medikamenten in den Glaskörper, kann in manchen Fällen ebenfalls Abhilfe schaffen – mitunter sogar die Sehfähigkeit verbessern. Sehr erfolgreich wurde diese Variante bereits eingesetzt, um drohende Erblindungen durch feuchte AMD abzuwenden. Bereits zerstörte Netzhaut-Areale lassen sich jedoch auch hiermit nicht wiederherstellen. Chirurgische Eingriffe können die bereits beschriebenen Therapien entweder begleiten oder ersetzen.

Retinopathia pigmentosa

Nachtblindheit, eine verschlechterte Anpassung der Augen auf sich ändernde Lichtbedingungen und Blendempfindlichkeit sind typische Merkmale der Retinopathia pigmentosa oder Retinitis pigmentosa. Auch können Störungen des Kontrast- oder Farbsehens sowie Einschränkungen des Gesichtsfeldes vor allem in der Peripherie auftreten, während das zentrale Gesichtsfeld erhalten bleibt („Röhren-“ oder auch „Tunnelblick").
Diese Form der Netzhautdegeneration kann durch Vererbung oder spontane Mutation entstehen. Hier sterben die Photorezeptoren bzw. die Stäbchen in der Netzhaut zunehmend ab. Der Verlauf der Krankheit kann bei Patienten sehr unterschiedlich sein – eine Therapie ist bislang nicht bekannt.

Diabetes und Auge – Diabetische Retinopathie

Der Diabetes mellitus („Zuckerkrankheit“) geht mit einem erhöhten Blutzuckerspiegel einher und kann viele Organe betreffen; insbesondere das Auge. Grundsätzlich sind mit dieser Stoffwechselkrankheit Veränderungen von Blutgefäßen der Netzhaut verbunden.
Durch Verdickungen und Degenerationen der Gefäßwände erschwert sich der Blutdurchfluss. Im Auge können sich krankhafte neue Gefäße auf der Netzhautoberfläche bzw. am Sehnerv bilden. Die dadurch hervorgerufenen Einschränkungen des Sehvermögens können in der Regel durch Lasertherapien behandelt werden, wenn sie rechtzeitig erkannt werden.
Man unterscheidet grundsätzlich 3 Formen der Diabetischen Retinopathie: Die diabetische Makulopathie greift die Stelle des schärfsten Sehens an. Flüssigkeiten und Fettablagerungen aus der Netzhaut beeinträchtigen die Makula und führen zu verzerrtem Sehen bis hin zum vollständigen Sehverlust.
Bei der nicht-proliferativen Retinopathie treten Sehstörungen kaum oder gar nicht auf. Blutungen und Gefäßveränderungen kann Ihr Augenarzt am Augenhintergrund feststellen.
Die proliferative Retinopathie folgt aus der nicht-proliferativen Retinopathie und stellt die schwerste Diabetes-bedingte Schädigung dar. Die Netzhaut wird hier nur unzureichend mit Sauerstoff versorgt und produziert hormonähnliche Substanzen, die die Bildung weiterer Gefäße provozieren. Aus den neuen Gefäßen kommt es zu Einblutungen in den Glaskörper. Ein verschwommenes Bild und ein scheinbarer Rußregen sind häufig die Folge, oft auch eine extreme Beeinträchtigung des Sehens und Netzhautablösungen. Außerdem können neue Gefäße auch über die Regenbogenhaut hinaus in die vordere Augenkammer wachsen, woraufhin der Augeninnendruck unkontrolliert ansteigen kann. Starke Schmerzen und der Verlust des Augapfels können daraus entstehen.
Sollten bei Ihnen bereits ein Diabetes mellitus diagnostiziert sein, oder wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören, sprechen Sie mit Ihrem Augenarzt und / oder Ihrem Hausarzt über mögliche Therapien, um langfristige Schädigungen Ihrer Augengesundheit zu vermeiden!

Kurzsichtigkeit (Myopie)

Kurzsichtigkeit bzw. Myopie ist eine Form von optischer Fehlsichtigkeit (Ametropie) des Auges. Meistens liegt sie in einem zu langen Augapfel oder einer zu starken Brechkraft begründet, wodurch Abbildungsfehler entstehen, die weiter entfernte Objekte unscharf erscheinen lassen.
Eine Refraktions- bzw. Brechkraftbestimmung zeigt das Ausmaß der Kurzsichtigkeit in Dioptrien ausgedrückt an. Therapien mit Medikamenten oder Sehtraining sind bislang nicht möglich. Im Normalfall können Brillen oder Kontaktlinsen den Sehfehler korrigieren. Bei Menschen, für die das Verwenden von Brillen oder Kontaktlinsen – zum Beispiel aus beruflichen Gründen – schwierig ist, kann eine operative Korrektur mittels eines Lasers stattfinden.

Normales Auge:

Kurzsichtiges Auge:

Kurzsichtiges Auge mit Korrektur:

 

Korrekturmöglichkeiten von Kurzsichtigkeit

  • Brille: Die Kurzsichtigkeit wird mit einer Zerstreuungslinse (Konkave Linse) korrigiert. Die Linse bildet das parallel ankommende Licht auf der Netzhaut scharf ab. Die Stärke der Brillengläser wird bei Kurzsichtigkeit in Dioptrien mit vorgestelltem Minus angegeben.
  • Kontaktlinsen: Kontaktlinsen ermöglichen auch bei starker Kurzsichtigkeit eine optimale Sehschärfe. Nach Vermessung der Brechkraft des Auges, der Hornhautoberfläche und Untersuchung des Auges wählt der Augenarzt unter verschiedenen Kontaktlinsenarten die für das Auge geeignete Kontaktlinse aus und passt sie an. Wenn das Auge für Kontaktlinsen geeignet ist und die Pflegehinweise, sowie regelmäßige Kontrolltermine eingehalten werden, können Kontaktlinsen über lange Zeit problemlos getragen werden. Allerdings sollte immer auch eine Brille in der richtigen Stärke vorhanden sein, da man Kontaktlinsen nicht permanent tragen darf.
  • Operative Verfahren: Eine operative Korrektur der Kurzsichtigkeit ist sinnvoll, wenn dem Fehlsichtigen das Tragen von Brille oder Kontaktlinsen aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich ist. Refraktive Operationsverfahren haben heute einen hohen Qualitätsstandard. Abhängig von der Ausprägung der Kurzsichtigkeit empfiehlt der Augenarzt eine geeignete Operationsmethode. Eine umfassende Untersuchung des Auges und eine kompetente Aufklärung sind eine wichtige Voraussetzung für den Operationserfolg.
Weitsichtigkeit (Hyperopie)

Weitsichtigkeit oder auch Übersichtigkeit (Hyperopie oder Hypermetropie) liegt vor, wenn der Augapfel im Verhältnis zur Brechkraft seiner optischen Einrichtung zu kurz bzw. die Brechkraft zu gering ist. In der Folge ist der Brennpunkt hinter der Netzhaut verlagert, und vor allem nahe Objekte werden unscharf abgebildet. Ein Hauptproblem besteht im schnellen Umschalten der Betrachtung auf kurzen und langen Entfernungen (Akkommodation). Ermüdungen, Kopfschmerzen und Schwindel können diesen Prozess begleiten.
In manchen Fällen korrigiert sich die angeborene Weitsichtigkeit im Lauf des Älterwerdens von allein. Muskelarbeit kann bei Kindern die Augenlinse verändern und zu einer Verbesserung beitragen. Der Augenarzt untersucht die Augen von Weitsichtigen durch Bestimmung der Brechkraft und kann entsprechende Brillen oder Kontaktlinsen verschreiben. Bei Menschen, für die das Verwenden von Brillen oder Kontaktlinsen – zum Beispiel aus beruflichen Gründen – schwierig ist, kann eine operative Korrektur stattfinden.

Normales Auge:

Weitsichtiges Auge:

Weitsichtiges Auge mit Korrektur:

 

Korrekturmöglichkeiten bei Weitsichtigkeit:

  • Brille: Die Weitsichtigkeit wird mit einer Sammellinse (Konvexe Linse) korrigiert. Die Linse bildet das parallel ankommende Licht auf der Netzhaut scharf ab. Die Stärke der Brillengläser wird bei Weitsichtigkeit in Dioptrien mit vorgestelltem Plus angegeben.
  • Kontaktlinsen: Kontaktlinsen ermöglichen auch bei starker Weitsichtigkeit eine optimale Sehschärfe. Nach Vermessung der Brechkraft des Auges, der Hornhautoberfläche und Untersuchung des Auges wählt der Augenarzt unter verschiedenen Kontaktlinsenarten die für das Auge geeignete Kontaktlinse und passt sie an. Wenn das Auge für Kontaktlinsen geeignet ist und die Pflegehinweise und regelmäßigen Kontrolltermine eingehalten werden, können Kontaktlinsen über lange Zeit problemlos getragen werden.
  • Operative Verfahren: Eine operative Korrektur der Weitsichtigkeit ist sinnvoll, wenn dem Fehlsichtigen das Tragen von Brille oder Kontaktlinsen aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich ist. Refraktive Operationsverfahren haben heute einen hohen Qualitätsstandard. Abhängig von der Ausprägung der Weitsichtigkeit empfiehlt der Augenarzt eine geeignete Operationsmethode. Dafür sind eine umfassende Untersuchung des Auges und eine kompetente Aufklärung eine wichtige Voraussetzung für den Operationserfolg.
Alterssichtigkeit (Presbyopie)

Die physiologische Alterung der Augenlinse bedingt die Alterssichtigkeit, bei der das Umschalten zwischen kurzen und langen Entfernungen (Akkommodation) immer schwerer fällt. Dies setzt häufig bei Patienten ab Mitte Vierzig ein und zeigt sich beim Nachlassen des Sehens naher Objekte.
Der Augenarzt untersucht die Augen von Alterssichtigen durch Bestimmung der Brechkraft und kann entsprechende Brillen oder Kontaktlinsen verschreiben. Bei Menschen, für die das Verwenden von Lesebrillen oder Kontaktlinsen – zum Beispiel aus beruflichen Gründen – schwierig ist, kann eine operative Korrektur stattfinden.

Korrekturmöglichkeiten bei Alterssichtigkeit:

  • Lesebrille:  Bei Normalsichtigkeit in der Ferne ist die einfachste Möglichkeit für den Ausgleich der Alterssichtigkeit eine Lesebrille für den Nahbereich. Die Stärke ist abhängig vom Alter und dem gewünschten Leseabstand. Liegt eine Kurz-, Weitsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung vor, die bereits für das Fernsehen mit einer Brille korrigiert wird, empfehlen sich Mehrstärkenbrillen. Besondere Tätigkeiten wie Arbeiten am PC können mit speziellen Brillen ausgeglichen werden.
  • Kontaktlinsen:  Nach Vermessung der Brechkraft des Auges, der Hornhautoberfläche, subjektiver Bestimmung der Nahkorrektur und Untersuchung des Auges wählt der Augenarzt unter verschiedenen Kontaktlinsenarten die für das Auge geeignete Kontaktlinse und passt sie an. Wenn das Auge für Kontaktlinsen geeignet ist und die Pflegehinweise sowie die regelmäßigen Kontrolltermine und empfohlenen Tragezeiten eingehalten werden, können Kontaktlinsen über lange Zeit getragen werden.
  • Operative Verfahren:  Eine operative Korrektur der Alterssichtigkeit ist sinnvoll, wenn das Tragen von Brille oder Kontaktlinsen von dem Alterssichtigen aus unterschiedlichen Gründen nicht toleriert wird. Refraktive Operationsverfahren haben heute einen hohen Qualitätsstandard. Abhängig von der Ausprägung der Alterssichtigkeit empfiehlt der Augenarzt eine geeignete Operationsmethode. Dafür sind eine umfassende Untersuchung des Auges und eine kompetente Aufklärung eine wichtige Voraussetzung für den Operationserfolg. Die Operation wird häufig mit einer Operation des Grauen Stars kombiniert. Dabei ist es möglich multifokale Linsen an die Stelle der trüben Linse, zu implantieren.
Hornhautverkrümmung (Astigmatismus)

Eine gleichmäßige Krümmung kennzeichnet die normale Hornhaut. Es können jedoch – oftmals angeborene oder durch Wachstum bedingte – Hornhautverkrümmungen auftreten, die die Lichtstrahlen auf der Netzhaut nicht als Punkt, sondern wie einen Strich darstellen. Bei diesem Astigmatismus (oder auch: Stabsichtigkeit) liegt ein Brechungsfehler vor, der sich in der Regel durch Brillen, Kontaktlinsen oder mithilfe einer refraktiven Operation beheben lässt.

Der Astigmatismus kann mit Brille, Kontaktlinsen und refraktiver Operation korrigiert werden.

  • Brille:  Der Astigmatismus wird mit torischen Linsen, sog. Zylindergläsern, korrigiert. Die torische Linse bildet das parallel ankommende Licht auf der Netzhaut scharf und punktförmig ab. Die Stärke der Zylindergläser wird bei Astigmatismus in Dioptrien mit vorgestelltem Minus angegeben. Die Gläser sind mit der Abkürzung „cyl.“ gekennzeichnet.
  • Kontaktlinsen:  Eine Korrektur des Astigmatismus ist auch durch Kontaktlinsen möglich. Nach Vermessung der Brechkraft des Auges, der Hornhautoberfläche und Untersuchung des Auges wählt der Augenarzt unter verschiedenen Kontaktlinsenarten die für das Auge geeignete Kontaktlinse aus und passt sie an. Es können abhängig von der Stärke des Astigmatismus normale oder torische formstabile Kontaktlinsen angepasst werden. Bei flexiblen Kontaktlinsen empfehlen sich ab einem gewissen Grad der Hornhautverkrümmung torische Linsen. Wenn das Auge für Kontaktlinsen geeignet ist und die Pflegehinweise sowie die regelmäßigen Kontrolltermine eingehalten werden, können Kontaktlinsen über lange Zeit getragen werden.
  • Operative Verfahren:  Eine operative Korrektur des Astigmatismus ist sinnvoll, wenn dem Fehlsichtigen das Tragen von Brille oder Kontaktlinsen aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich ist. Refraktive Operationsverfahren haben heute einen hohen Qualitätsstandard. Abhängig von der Ausprägung der Hornhautverkrümmung empfiehlt der Augenarzt eine geeignete Operationsmethode. Dafür sind eine umfassende Untersuchung des Auges und eine kompetente Aufklärung eine wichtige Voraussetzung für den Operationserfolg.
Hornhautverformung (Keratokonus)

Unter Keratokonus versteht man eine kegelförmige Verformung bzw. Vorwölbung der Hornhaut, die oft mit deren Verdünnung einhergeht. Durch den Augeninnendruck verwölbt sich die Hornhaut an den dünneren Abschnitten stärker als an den dickeren. Wissenschaftliche Untersuchungen sind sich über die Ursachen nicht vollständig einig. Eine genetische, also erbliche Komponente, gilt als sehr wahrscheinlich. Verbindungen mit anderen Krankheiten sind durchaus möglich, aber noch nicht bewiesen.
Die aus dem Keratokonus resultierenden Sehstörungen können in vielen Fällen durch formstabile Kontaktlinsen behoben werden. Darüber stellt sich das UV-Cross-Linking-Verfahren (CXL) als erfolgreiche Therapie heraus; hierbei handelt es sich um eine Vernetzungsbehandlung der Hornhaut, bei der die weiche Hornhaut mittels "Brückenbildung" im Hornhautgewebe versteift und der Keratoknus zumindest aufgehalten wird. Auch eine Hornhautverpflanzung kann in bestimmten Fällen in Betracht kommen.

Trockene Augen

Brennen, Jucken und das Gefühl von Fremdkörpern lassen sich häufig auf Mangel an Tränenflüssigkeit im Auge zurückführen. Auch wenn es seltsam klingt: Tränende Augen können ebenfalls ein Symptom für trockene Augen sein.
Klimaanlagen, Bildschirmarbeit sowie Rheuma und medikamentöse Nebenwirkungen sind häufig die Ursache. Immerhin bei rund 20 Prozent der Patienten von Augenärzten kommen trockene Augen vor. Für die Untersuchung verwendet der Augenarzt eine Spaltlampe und einen Farbstoff zur Erkennung des Tränenfilms, um die Zeit des Lidschlags bis zum Aufreißens des Tränenfilms zu messen. Beim Schirmer-Test gibt ein Filterpapierstreifen Aufschluss über die Befeuchtung des Auges.
Trockene Augen können mit diversen Tränenersatzmitteln und gegebenenfalls mit Entzündungshemmern behandelt werden.

Diagnoseverfahren und Behandlung von trockenen Augen

  • Untersuchung mit der Spaltlampe:  Mit seinem Biomikroskop, der Spaltlampe, untersucht der Augenarzt die Augenoberfläche genau, gegebenenfalls färbt er dazu mit einem Farbstoff den Tränenfilm ein.
  • Beurteilung der Tränenaufrisszeit:  Mit Hilfe der Spaltlampe kann der Augenarzt bestimmen, wie viel Zeit zwischen dem Lidschlag und dem Aufreißen des Tränenfilms vergeht.
  • Der Schirmer-Test: Hier untersucht der Augenarzt die Menge der Tränenproduktion mit Hilfe eines kleinen Filterpapierstreifens, den er ins Auge legt. Nach kurzer Zeit kann abgelesen werden, wie weit der Streifen befeuchtet ist.
Entzündungen des Auges

Das Auge ist vielen Umweltreizen und Krankheitserregern, z.B. Bakterien und Viren, ausgesetzt und kann sich schnell entzünden. Aber auch Fremdkörper, Rauch, grelles Sonnenlicht, Zugluft und ähnliche Faktoren können Entzündungen hervorrufen. Entzündungen der Bindehaut, der Hornhaut und der Lidränder sind besonders häufig. Die Gefäßhaut  und die Lederhaut können ebenfalls betroffen sein. Untersuchungen sollten Sie immer dem Augenfacharzt überlassen und rechtzeitig beginnen, um Verschlimmerungen oder Folgeschäden zu vermeiden.

Enzündungsformen:

  • Bindehautentzündung (Konjunktivitis)
    Bindehautentzündungen treten besonders häufig auf. Die Ursachen von infektiösen und nicht-infektiösen Varianten sind unterschiedlich. Die Nicht-infektiöse ist zumeist auf Umwelteinflüsse wie Zugluft, Staub etc. zurückzuführen und kann mit Allergien in Verbindung stehen. Die infektiöse Konjunktivitis hingegen wird in der Regel durch Bakterien oder Viren verursacht und kann sehr ansteckend sein! Bindehautentzündungen sind durch Rötungen, brennende Augen, verklebte bzw. geschwollene Lider zu erkennen, oder auch an eitrigen, schleimigen Absonderungen sowie Druck- und Fremdkörpergefühl. Bei einem Anzeichen einer Konjunktivitis sollten Sie unbedingt Ihren Augenarzt aufsuchen. Eine antibiotische Augentropfen-Behandlung kann bei Bakterienbefall nötig sein. Aufgrund einer möglichen Ansteckungsgefahr sollten Kontakte zu anderen Menschen stark eingeschränkt werden.
  • Hornhautentzündung (Keratitis)
    Eine Keratitis kann das Sehvermögen dauerhaft schädigen und ist damit gefährlicher als eine Bindehautentzündung ohne Beteiligung der Hornhaut. Bakterien können die Hornhaut zum Beispiel angreifen, wenn Kontaktlinsen zu lange getragen werden oder schlecht sitzen. Hygienefehler, Herpes und Pilzinfektionen sowie trockene Augen können eine Keratitis begünstigen, ähnlich wie ein unzureichender Lidschluss oder Reizungen und Verletzungen sowie Rheumaerkrankungen. Rötungen, Brennen, Jucken und das Gefühl von Fremdkörpern sind mögliche Anzeichen von Hornhautentzündungen. Rechtzeitige Diagnose und Therapie sind wichtig, um Langfristschäden zu vermeiden, zumal die Keratitis Narben verursachen kann, die zu Einbußen des Sehvermögens führen.
  • Gefäßhautentzündung (Uveitis)
    Typisch für die Gefäßhautentzündung sind Sehverschlechterungen und eine schmerzhafte Lichtempfindlichkeit. Dabei treten häufig Rötungen, verstärkter Tränenfluss, Druckschmerz und verschwommenes Sehen auf. Rheumaerkrankungen und Keime stehen insbesondere mit der Entzündung der Regenbogenhaut in Verbindung.
    Verschlechterungen der Sehkraft und Schleierbildungen treten zumeist schmerzfrei und sehr langsam auf und werden zum Beispiel bei Kindern häufig nur zufällig entdeckt. Verläufe der Uveitis können sich sehr unterschiedlich darstellen; als einmaliges oder wiederholtes akutes Auftreten oder auch chronisch. Mögliche Krankheitsbilder sind ein Verwachsen der Linse oder des Kammerwinkels mit der Regenbogenhaut sowie Glaskörpertrübungen. Auch Glaukome und Katarakte können die Folge sein. Um langfristige Schäden wie die Nachtblindheit – bis hin zur Erblindung – zu vermeiden, sind augenärztliche Gegenmaßnahmen frühzeitig einzuleiten!
  • Entzündung der Lederhaut (Skleritis)
    Sarkoidose, Gicht, Gürtelrose und rheumatische Erkrankungen stehen ebenso wie Tuberkulose, Lues und Zoster im Verdacht, eine Entzündung der Lederhaut zu verursachen. Bleiben die Schmerzen am betroffenen Auge anfangs noch diffus, sind die Symptome später klarer an bläulich-roten Flecken im Augapfel zu erkennen. Bleibende Schäden oder im Extremfall der Verlust des Auges sind möglich. Entzündungshemmende Substanzen können der Lederhautentzündung entgegenwirken.
Liderkrankungen

Die bekanntesten Erkrankungen der Augenlider sind das eher harmlose Gerstenkorn und das Hagelkorn, das eine chronische Entzündung nach sich ziehen kann. In Extremfällen können systemische Störungen auftreten – Hauttumore gelten sogar als lebensbedrohlich. Fibrome, Warzen und Dermoidzysten sind hingegen gutartige Veränderungen. Lidfehlstellungen werden oftmals eher als kosmetisches Problem angesehen, bedürfen aber ebenfalls einer augenärztlichen Begutachtung, um ernsthafte Erkrankungen auszuschließen.

  • Gerstenkorn (Hordeolum)
    Das Hordeolum – oder auch Gerstenkorn – ist eine zumeist harmlose Liderkrankung, bei der eine Talg- oder Schweißdrüse an einer Lidinnenseite oder -kante bakteriell entzündet ist. Die schmerzhafte Schwellung lässt sich relativ einfach mit antibiotischen Augentropfen und Salben behandeln und klingt oftmals von allein ab.

  • Hagelkorn (Chalazion)
    Beim Chalazion (Hagelkorn) liegt eine örtlich begrenzte, chronische Entzündung einer der Meibornschen Drüsen am Augenlid vor. Durch die Verstopfung einer Talgdrüse entsteht ein Sekretstau, der zu Schwellungen, einem festen Knoten und einer Entzündung führt. Beeinträchtigungen des Sehens sind dabei möglich. Die Rückbildung des Knotens kann mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Um sicherzugehen, dass tatsächlich ein im Allgemeinen ungefährliches Chalazion und kein Lidtumor vorliegt, wird empfohlen, vorsichtshalber einen Augenarzt zu befragen.

  • Fibrome, Warzen, Dermoidzysten
    Im Gegensatz zu bösartigen Tumoren führen Fibrome, Warzen und Dermoidzysten in der Regel nicht zu Wucherungen und Zerstörungen. Diese gutartigen Tumore können für den Betroffenen unangenehm und in kosmetischer Hinsicht störend sein und lassen sich normalerweise mit einfachen Eingriffen beheben. Jedoch sollten Sie einen Augenarzt hinzuziehen, der eindeutig zwischen gut- und bösartigen Knötchen unterscheiden kann, um kein Risiko einzugehen.

  • Hauttumor (Basaliom)
    Erbliche Vorbelastungen und Sonnenbestrahlung können das Auftreten von bösartigen Tumoren (Basaliomen) an den Lidern begünstigen. Auch ohne dass sie Metastasen bilden, können sie zu erheblichen Schädigungen führen, deren wahres Ausmaß auf den ersten Blick oft nicht zu erkennen ist. Daher ist eine rechtzeitige Operation zur Entfernung des Tumors durch einen Augenarzt bzw. Chirurgen unbedingt zu empfehlen.

  • Lidfehlstellungen
    Fehlstellungen der Augenlider können erblich oder altersbedingt durch Erschlaffen der Lidmuskulatur, Verletzungen, Vernarbungen nach Bindehautentzündungen sowie infolge von Gesichtsnervenlähmungen entstehen. Dadurch können die Lider ihrer Hauptfunktion – dem Feuchthalten des Auges – nur noch eingeschränkt nachkommen.
    Drei Arten von Lidfehlstellungen werden unterschieden:
    Wenn die Unterlidkante nach innen gedreht ist (Entropium), reiben die Wimpern auf der Binde- und der Hornhaut. Fremdkörpergefühl und Rötungen stellen sich ein. Ein ambulant durchgeführter operativer Eingriff schafft in der Regel dauerhaft Abhilfe.
    Ist das untere Lid nach außen gedreht (Ektropium), kann die Tränenflüssigkeit nicht normal abfließen. Das Lid lässt sich im Rahmen einer einfachen Operation wieder an den Augapfel anlegen. Beeinträchtigungen des Gesichtsfeldes folgen aus herabhängenden Oberlidern (Ptosis). Sie kommen vermehrt im Alter vor, treten aber auch schon bei Kindern (erblich bedingt) auf. Gerade hier ist es wichtig, einer drohenden dauerhaften Sehschwäche (Amblyopie) mit einer Operation entgegenzuwirken, da das Sehen sonst „falsch erlernt“ wird.
Augenzittern (Nystagmus)

Bei Augenzittern (Nystagmus) ist zu unterscheiden zwischen der physiologischen (nicht krankhaften) Form, die ganz normal auftritt, wenn Menschen Objekte mit hoher Geschwindigkeit betrachten, und einer pathologischen Ausprägung.
Der physiologische Nystagmus hilft dabei, das durch die Linse projizierte Bild auf der Netzhaut konstant zu halten. Augenzittern im Ruhezustand hingegen weist auf eine Erkrankung hin, bei der die Augenkontrolle gestört ist. Das Sehen und der Gleichgewichtssinn geraten dabei sozusagen „aus dem Takt“. Oftmals sind dabei Hirnstamm und Kleinhirn betroffen; jedoch können auch Drogen wie Ecstasy der Grund sein. Der Augenarzt und andere Fachärzte (HNO- und Nervenärzte) sollten bei Diagnose und Therapie des pathologischen Augenzitterns kooperieren.

Bad Rothenfelde und das südliche Osnabrücker Land

Selbsthilfegruppe der Blinden und Sehbehinderten

Wir sind eine Selbsthilfegruppe für Betroffene, Angehörige und Interessierte zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch und zur gegenseitigen Hilfe. Wir tauschen sozialrechtliche Fragen aus und informieren umfassend über z.B. neue Therapie- und Diagnosemöglichkeiten. Hierfür stehen Fachärzte und Optiker bei Bedarf zur Verfügung. Anschauungsmaterial und Hilfsmittel werden für die Veranstaltung ausgestellt.
 
An jedem 2. Dienstag im Monat um 14:30 Uhr in der Augenklinik Dr. Georg Bad Rothenfelde   sind alle Interessierten herzlich zum Austausch eingeladen.

In enger Zusammenarbeit mit:

Dr. Georg-Blindenstiftung

Brunnenstr. 4
49214 Bad Rothenfelde
Tel. 05424 644-190
Ansprechpartner: Stephan Peters


Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen e.V.

Regionalverein Osnabrück – Emsland – Bentheim

Pagenstecherstr. 4
49090 Osnabrück
Tel. 05426 1607
Ansprechpartner: Rainer Appelbaum

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