Sehtest

Im Folgenden informieren wir über die häufigsten und bekanntesten Sehtests:

Sehschärfe

Testen der Sehschärfe

Unter Sehschärfe (Visus) versteht man die Fähigkeit des Auges bzw. der Netzhaut, Muster und Konturen mit einer messbaren Auflösung wahrzunehmen. Ein Wert von 1,0 bzw. 100 % umschreibt eine normale Sehschärfe. Das Maß an Kurz- und Weitsichtigkeit oder von Hornhautverkrümmungen wird über die Einheit „Dioptrie“ angegeben.
Die Augen sollten sich jeweils schnell auf die jeweilige Distanz des zu betrachtenden Objekts einstellen. Der „Nahvisus“ betrifft Entfernungen von rund 30 Zentimetern, wie zum Beispiel beim Lesen, während der „Fernvisus“ auf größere Distanzen ausgerichtet ist. Für die Überprüfung des Sehvermögens werden die Augen einzeln und zunächst ohne Korrektur beim Lesen von Buchstaben oder anderen Zeichen in verschiedenen Größen aus rund fünf Metern Entfernung getestet; dann kommen die Brillen oder spezielle Korrekturgläser zum Einsatz, um den Grad einer möglichen Fehlsichtigkeit exakt zu bestimmen.

Farben richtig erkennen

Für die Wahrnehmung von Farben sind drei Arten spezieller Sinneszellen, sogenannte Zapfen, in der Netzhaut zuständig. Aus den jeweiligen Anteilen an Rot, Grün und Blau entsteht für den Betrachter normalerweise ein vollständiges Bild – es sei denn, er leidet beispielsweise an einer Rot-Grün- oder Gelb-Blau-Sehschwäche.
In einem solchen Fall ist die Farbwahrnehmung durch die Veränderung oder den Ausfall der Rezeptoren getrübt. Probleme mit der Wahrnehmung von roten und / oder grünen Farben treten insbesondere bei Männern häufiger auf und sind oftmals erblich bedingt.
Um die Fähigkeit zur Unterscheidung von Farben zu prüfen, werden in der Regel ein Anomaloskop sowie mehrere Farbtafeln verwendet, auf denen verschiedenfarbige Muster – durch einzelne Punkte dargestellt – erkannt werden sollen.
Richtige Farbwahrnehmung ist für jeden Menschen bei der Orientierung im Alltag hilfreich. Ganz besonders gilt dies in bestimmten Berufen (Polizisten, Militär etc.), die sogar Anomaloskop-Tests vor der Einstellung zwingend vorsehen, um die Kandidaten auf eine entsprechende Eignung hin zu testen.

Astigmatismus (Hornhautverkrümmung)

Eine gleichmäßige Krümmung kennzeichnet die normale Hornhaut. Es können jedoch – oftmals angeborene oder durch Wachstum bedingte – Hornhautverkrümmungen auftreten, die die Lichtstrahlen auf der Netzhaut nicht als Punkt, sondern wie einen Strich darstellen. Bei diesem Astigmatismus (oder auch: Stabsichtigkeit) liegt ein Brechungsfehler vor, der sich in der Regel durch Brillen, Kontaktlinsen oder mithilfe einer refraktalen Operation beheben lässt.

Degeneration der Makula

Ein gelber Fleck im Auge, die Makula, ist aufgrund der dortigen massiven Dichte von Sehnervenzellen entscheidend für scharfes, kontrastreiches und farbiges Sehen. Veränderungen der Makula treten häufig im höheren Alter auf (AMD = Altersbedingte Makula-Degeneration); etwa zwei Millionen Menschen allein in Deutschland sind daran erkrankt. Betroffene nehmen die Mitte des Gesichtsfelds eher verschwommen, verzerrt, als dunklen Fleck oder mit blasseren Farben wahr. Aber nicht nur das Altern und genetische Dispositionen, sondern insbesondere auch das Rauchen setzt der Makula-Gesundheit zu. Als Krankheitsbilder sind die trockene und die feuchte Makula-Degeneration zu unterscheiden.
Trockene AMD
Ablagerungen und Verschleißprozesse führen zu einem allmählichen und kaum zu bemerkenden Verlust von Sinneszellen. Dies ist bei rund 85 Prozent der Patienten der trockenen altersbedingten Makula-Degeneration der Fall, für die es gegenwärtig keine Therapie gibt.
Feuchte AMD
Aggressiver und gefährlicher als die trockene ist die feuchte AMD. Krankhafte Gefäße in der Netzhaut sondern dabei eine Flüssigkeit ab und beeinträchtigen die empfindlichen Netzhautgefäße. Im fortgeschrittenen Stadium zerstören Einblutungen, große Drusen oder andere Veränderungen den Ort des scharfen Sehens im Auge, sodass die Umwelt nur noch über die Peripherie der Netzhaut erkannt werden kann.
Darum ist es wichtig, eine beginnende feuchte AMD frühzeitig zu diagnostizieren. Neue Therapien können sie aufhalten oder ihren Prozess zumindest verlangsamen. Hier bietet sich beispielsweise die Kombination aus einem über die Armvene injizierten Medikaments (Verteporfin ®) und seiner Aktivierung durch kaltes Laserlicht im Auge an. Bei dieser Photodynamischen Therapie (PTD) werden krankhafte, undichte Blutgefäße verschlossen.
Die relativ neue Anti-VEGF-Therapie (VGEF = Botenstoff: Vascular Endothelial Growth Factor), eine Injektion von Medikamenten in den Glaskörper, kann in vielen Fällen ebenfalls Abhilfe schaffen – mitunter sogar die Sehfähigkeit verbessern. Sehr erfolgreich wurde diese Variante bereits eingesetzt, um drohende Erblindungen durch feuchte AMD abzuwenden. Bereits zerstörte Netzhaut-Areale lassen sich jedoch auch hiermit nicht wiederherstellen.
Chirurgische Eingriffe können die bereits beschriebenen Therapien entweder begleiten oder ersetzen.

Die feuchte AMD und ihre Behandlung